Die Räthe bewillkommten ihren Gebieter mit Ehrfurcht, zugleich überrascht bei der seltenen Bewegung die an ihm sichtbar wurde. Nicht gleich konnte er noch zu Worte kommen, dann sammelte er sich, Guido in die Mitte des Saals führend, und sprach:

Ihr Väter, ich stelle euch meinen Sohn vor!

Der Jüngling starrte.

Entzücken loderte auf jeder Wange. Niemand vermogte zu reden.

Endlich fuhr der Kaiser fort: Lange genug ließ ich ihn fern von mir erziehen. Urtheilt, was mein Vaterherz empfand, wenn er mit so frühem Ruhm sein jugendlich Haupt bedeckte. Von meinem Schmerz bei jener bangen Kunde wart ihr Zeugen, und ahntet doch nicht, was meine Brust zerriß, nicht sagte ich es euch, denn immer noch schimmerte mir eine strahlende Hoffnung. Sie hat Wort gehalten!

Guido umfaßte seine Knie, Tausend jubelnde Glückwünsche, nicht von Schmeichelei, sondern von edlem Wahrheitsinn aufgelegt, wurden im Saale laut. Die Nahverwandten brachen in süße Freudenthränen aus.

Nun führe er das Heer, rief der Kaiser. Mit Schmerz entlasse ich ihn wieder, doch des Vaterlandes Noth ruft. Nicht mein Sohn, der Held, durch einmüthige Wahl gerufen.

Er führe es! rief alles.

Ja, mein erhabner Vater, ich eile ins Waffenleben und kehre nicht wieder, als meiner Geburt und deiner Milde werth, stammelte Guido, in heiliger Rührung.

Der Vater umarmte ihn wieder. Nach seinem ersten Siege prüfe ihn der Völkerrath, und erkläre ihn zum Erben des Kaiserthrons, denn ich will fortan des hohen Alters Sorge mit ihm theilen, sprach er.