»Hm – ich dachte, Sie besäßen außerdem ein ansehnliches Vermögen« –

Wo bist Du Sonn' geblieben!

»Ehe ich vor zwanzig Jahren abreis'te, hieß es, Sie hätten eine bedeutende Erbschaft« –

Ach, wie man's denn im Leichtsinn treibt. Ich hatte ein Paar tausend Thaler; in ein Paar Jahren flogen sie aber hin. Einmal gewöhnt, auf einem artigen Fuß zu leben, nahm ich auf, und sprengte, um meinen Kredit zu befestigen, allerhand Mährchen aus. Eigentlich nicht ganz Mährchen. Ich hatte begründete Hoffnung, zu steigen, zu erben, nur kein Glück. Manche lebten wüster in den Tag hinein, als ich, und sind jetzt Obersten, Generale, und haben keine Gicht. Das Glück tut alles auf der Welt.

»Sind Sie verheirathet?«

O! wenn ich noch Frau und Kinder hätte, schösse ich gar mich todt. – Die Abendluft wird kalt, ich muß unter Dach. Wir sehen uns wohl ein ander Mal. Leben Sie wohl!

»Erlauben Sie mir, Sie noch einen Augenblick zu begleiten. Ich bin in zwanzig Jahren nicht hier gewesen, und möchte um Manches fragen.«

Er that mir den Vorschlag, mit nach der Kegelbahn zu gehn, die er besuchen wollte; da könnten wir noch eins mit einander plaudern.

Der öffentliche Garten lag nahe. Ich trat mit Lilienthal hinein, und sah, daß Einrichtungen und Gäste nur ein ziemlich mittelmäßiges Ansehn hatten, so daß ich mich wunderte, wie Lilienthal sich an einen solchen Ort begeben könnte.

Unterweges fragte ich: »Lebt mein Vater noch?«