Kann's wohl nicht recht sagen, hieß die Antwort; hab' ihn in langen Jahren nicht gesehn. –

»Hm – ein Rathsherr ist doch nicht so unbekannt« –

Jetzt besinn' ich mich. Er soll noch leben, ist aber schon lange in den Ruhestand versetzt. Es geht ihm wie mir.

»Wohnt er noch in seinem Hause?«

Das ist schon lange verkauft. Irre ich nicht, so hält er sich bei der Tochter auf.

»Und die?«

Sie lebt, das weiß ich gewiß. Noch vor etlichen Wochen ist sie mir mit ihren Kindern begegnet.

Ich wollte eben mit großer Spannung fragen, an wen sie verheirathet sei, als etwas Anderes dazwischen trat. Der Wirth des Gartens kam, und fragte, was uns beliebe. Ich wollte eine Flasche Wein geben lassen. Den habe ich nicht, sagte er mit Achselzucken. Lilienthal nahm das Wort mit Lachen: Hier giebt es nur diverse Biere und Aquavite.

Ich hatte nach Jenem wenig gesehn; nun fiel mir auf, daß er seinen Mund an Lilienthals Ohr legte, und ihn um etwas fragte, wobei er mich ansah. Der invalide Hauptmann erwiederte: Ja, ja, er ists.

Jetzt nahm ich den Wirth mit seinem Mützchen aus Sammet genauer ins Auge. Wieder ein nicht fremdes, aber ziemlich schmalbäckiges Gesicht. Kaum traute ich meinen Augen, und rief endlich: Eduard?