»Das thut meine Mäßigkeit in allen Dingen.«

Wirklich, Du bist allzu mäßig, könntest Dir hier und da wohl manches zu Gute thun, was nicht einmal Kosten verursachte. Aber weil Du selbst doch sagst, daß Du einmal, trotz all' Deinem Verstand und Gelde, wirst sterben müssen – gerade darum sollte Philippine heirathen. Denn wer soll in der Folge erben, was wir haben?

»Sag nur nicht: was wir haben. Das Vermögen gehört mir. Hast Du mir zweihundert Thaler eingebracht, so hast Du mir wohl dreihundert gekostet.«

Nun gut, Dein Vermögen. Soll es denn in fremde Hände kommen? Ist denn Dein eignes Fleisch und Blut Dir nicht lieber, als weitläuftige Vettern und Muhmen?

»Ei, daran werde ich denken, wenn ich dermaleinst dem Tode nahe bin.«

Aber, Du meinst ja, erst in dreißig Jahren würde es dahin kommen. Dann wäre Philippinchen beinahe funfzig Jahre, und das Heirathen könnte auch nicht mehr helfen.

»Im Grunde ist es unartig, Frau, daß Du so oft von meinem Tode sprichst. Das hört Niemand gern, und ich habe doch erst fünf und vierzig Jahre auf dem Nacken. Daß Du es übrigens lieber sehn würdest, wenn ich heute stürbe, als morgen, weiß ich sehr gut.«

Das wohl nicht. Aber Du würdest Dich freun, wenn Du mich begraben lassen könntest; dann kostete ich Dir nichts mehr.

»Ich werde mich aber hüten, daß ich Deinen Wunsch erfülle.«

So viel an mir liegt, ich auch. Du kannst aber ruhig seyn; ich werde Dich nicht überleben, habe nun einmal kein Glück in der Welt.