Aengstlich sagte ihr Philippine ins Ohr: sie möchte nicht vergessen, ja nicht vergessen – was, das konnte sie nicht hervorbringen.
Die Mutter eilte in die Wohnstube. Beide gingen neben einander auf und ab, ohne etwas zu sagen. Bald kam der Arzt: Madame, ich bezeuge mein Beileid; Ihr Mann hat geendet.
Ist er auch gewiß todt? entfuhr der neuen Wittwe; kann ich mich darauf verlassen?
Philippine zupfte sie wieder ängstlich am Kleide, und Jener erklärte die absolut tödtlichen Wirkungen einer solchen Apoplexie, wie die vorliegende.
Er soll einen Grabstein von Marmor haben, sagte Frau Lund wieder, und dachte dabei dunkel: zum Dank für die große Wohlthat, die er mir durch seinen Tod erzeigt.
Die Nichthülfe der Aerzte ward reichlich bezahlt, und Beide gingen ihres Weges.
Mutter und Tochter flogen zum Todten, und schauderten. Die entseelten Züge schienen Trümmer von Geitz und Wuth. Lange war der Anblick nicht auszuhalten; Jene eilten in die Wohnstube zurück. Noch immer waren sie im Taumel einer Bestürzung, als kämen sie aus einem Kerker, und hätten noch dazu ein Loos von funfzig tausend Thalern gewonnen.
Träum' ich auch nicht? sagte Frau Lund; ist es denn wirklich wahr?
Wahr, erwiederte die Tochter. Nur fassen Sie sich; lassen Sie nicht merken ...
Mein Gott, fiel die Mutter ein, hat er es denn danach gemacht, daß wir uns über seinen Tod grämen können? Ich hatte keine frohe Stunde bei ihm, und sein Kind wollte er auch noch ohne Erbarmen unglücklich machen.