Josephine nahm sich nun wieder mehr zusammen, und Zug um Zug wurde von den beiden mit der bedächtigsten Vorsicht ausgeführt. So wie das Spiel stand und sich unter den geübten Händen wenig veränderte, war ihm kein Ende abzusehen, und es wurde schon dämmerig im Gemache.
»Wollt ihr das Spiel nicht heut abbrechen und morgen fortsetzen?« frug Ernst.
»Nein!« rief Hans, die Hand am Rochen, den er bewegen wollte, »ehe nicht einer von uns matt ist, hören wir nicht auf.«
»Aber es dunkelt schon, und wenn das Gewitter losbricht, so wird es ein übel Ding um den Heimweg für Joseph und mich,« bemerkte Ernst.
»Dann bleibt ihr die Nacht hier.«
»Das geht nicht, Ohm!«
»Warum nicht?« erwiderte Hans, immer noch in die Berechnung seines beabsichtigten Zuges vertieft, »das Bett in meinem Gastzimmer ist groß genug für euch beide, werdet euch hoffentlich darin vertragen.«
Ernst sah, wie Josephine erbebte, und konnte auch noch ihr tiefes Erröten bemerken. Dann traf ihn ein Blick aus ihren Augen, aus dem Schreck und Angst und doch auch volle, hingebende Liebe sprachen.
Es durchschauerte ihn, aber nach kurzem Besinnen sagte er: »Wir können nicht hierbleiben, Ohm. Isaak Zachäus würde um Joseph in große Sorge geraten; ich muß ihm seinen Sohn heimbringen.«
»Ei, bist du ein so verzärtelt Muttersöhnchen, daß dich der Alte nicht von sich lassen darf?« lachte Hans.