Da trat Sidonie zu ihr ins Gemach und sagte: »Darf ich Euch Gesellschaft leisten, Frau Juliane? ich bin so allein wie Ihr.«
»Wo sind die beiden andern?« frug Juliane.
»Sie sind wieder zu Konz Hornschuh gegangen und wollen die Eier selber holen,« erwiderte Sidonie.
»Und warum bist du nicht mitgegangen?«
»Mir war es zu heiß, darum ließ ich sie ohne mich gehen.«
»Du hast etwas auf dem Herzen, Sidonie!« sagte Juliane mit einem forschenden Blick, »komm her, sprich dich aus! und was es auch sei, dein Vertrauen soll dich nicht gereuen.«
»Das weiß ich im Voraus,« erwiderte Sidonie, indem sie die Stufen zum Erker hinaufstieg und sich auf dieselbe Bank neben der etwas zur Seite Rückenden niederließ. »Ja, ich habe etwas auf dem Herzen und bitte Euch, mich geduldig anzuhören.«
»Ich bin ganz Ohr, liebe Sidonie; fange nur an,« sprach Juliane, ihre Nadel emsig weiterführend.
»So will ich es auch ohne Umschweife tun,« setzte Sidonie mutig ein. »Juliane, macht Euren Frieden mit den Landschaden!«