»Darf ich ihr das sagen?«
»Ja, ja! sag' es ihr! ich vergehe vor Sehnsucht, es ihr selber zu sagen.«
»Nun, dazu kann ja wohl Rat werden.«
»Wie? wie meinst du das?«
»Würdest du wohl die Buche wiederfinden, aus der du mich damals so ritterlich heruntergeholt hast?« frug Sidonie.
»In stockfinsterer Nacht finde ich sie wieder,« beteuerte Ernst.
»Bei Nacht würdest du uns dort vergeblich suchen,« erwiderte sie; »aber eines Nachmittags, wollen sagen: in drei Tagen von heute. Wirst du kommen?«
»Wie kannst du fragen!« jubelte er. »Aber wenn Frau Juliane etwas davon merkte –«
»Sie soll schon nichts merken; dafür laß mich sorgen!« lachte Sidonie. »Verrät es ihr ein Zufall, so bin ich es, die sich mit dir ein Stelldichein gibt. Das ist ja das bequeme für euch, daß Juliane wirklich glaubt, wir beide, du und ich, wären verliebt ineinander, und in dem Glauben müssen wir sie auch vorläufig lassen. Das ist auch nicht schwer, denn daß ein Landschad ihre Tochter lieben, um ihre Tochter werben könnte, ist ihr undenkbar.«