»Du brauchst dich dadurch nicht zurückgesetzt zu fühlen,« erwiderte Bligger. »Wenn es darauf ankäme, Frau Juliane mit fein abgewogenen Worten zu bereden und zu gewinnen, so wäre dazu niemand geeigneter, als du mit deinem erfinderischen Kopf und deiner geläufigen Zunge. Aber darum handelt es sich eben nicht. Unsere Antwort ist der Art, daß aus Rücksichten der Höflichkeit sie einer von uns Brüdern überbringen muß. Selbst aus deiner geschickten Hand empfangen, könnte sie leicht einer unerwünschten Mißdeutung bei Juliane begegnen. Daß aber von uns dreien nur Hans der Überbringer sein kann, wirst du einsehen.«

»Das kommt darauf an, wie die Antwort lautet,« versetzte Sidonie.

»Das heißt: du möchtest sie gern wissen,« sagte Bligger. »Du wirst sie erfahren, nachdem sie Hans bestellt hat; früher nicht. Und es liegt mir daran, daß er sie Frau Juliane unter vier Augen mitteilt, also suche es einzurichten, daß die beiden ungestört allein bleiben. Kannst du das machen, ohne daß jemand von diesem meinem eben ausgesprochenen Wunsch etwas erfährt?«

»Auch Ohm Hans und Juliane selber nicht?«

»Die am wenigsten!«

»Hm! machen kann ich das wohl; aber das wird ja immer geheimnisvoller,« lächelte Sidonie. »Schade, daß es hier zu dunkel ist, um dein Gesicht sehen zu können, Ohm Bligger! Hinter dieser Bestellung unter vier Augen scheint mir etwas ganz abgefeimt Pfiffiges zu stecken; ist es nicht so?«

»Ja, ja! es läuft auf eine Überraschung hinaus,« erwiderte er möglichst unbefangen der gefährlichen Fragerin, die auf dem besten Wege war, seine geheimsten Pläne auszukundschaften.

»Es ist gerade so wie bei dem Horoskop, das Juliane auch nur unter vier Augen von deinem sternkundigen Schutzjuden entgegennehmen wollte,« bemerkte Sidonie.

»Von meinem Schutzjuden?«

»Nun, er erfreut sich doch deines besonderen Schutzes hier auf der Burg.«