»Wenigstens selten; manchmal gelingt mir's doch. Sie schenkt mir viel Vertrauen. Du wünschest es doch auch, daß ihr wieder gute Freunde werdet?«

»Ja freilich!« sprach er lebhaft. »Was ich dazu tun kann, soll geschehen; aber wenn es das hier nicht zu Wege bringt, so wird es schwer halten.« Dabei schlug er mit der Hand auf die Tasche, worin der Pfandbrief steckte.

Sidonie wartete, ob er ihr nicht verraten würde, was für ein Talisman es wäre, der die erloschene Flamme der Freundschaft wieder anfachen sollte. Da er es aber nicht sagte, so mochte sie auch nicht danach fragen; er konnte ja denken, sie wüßte es. Nach einer kleinen Weile hub sie wieder an: »Juliane lebt auf ihrer Burg gerade so einsam wie du auf der deinigen, Ohm Hans. Ich hielte das auf die Dauer nicht aus.«

»Nun, wozu hat man denn seine Rosse im Stalle?« lachte er.

»Ja, wenn nachher das Trennen nicht wäre, das sich wieder Losreißen voneinander!«

»Das erhöht die Lust des Wiedersehens und feuert die Sehnsucht an.«

»Also hast du doch zuweilen Sehnsucht nach ihr,« lächelte Sidonie.

»Nach wem?« frug er betroffen.

»Nun, von wem sprechen wir denn? ich denke, von Juliane.«