»An sie dachte ich nicht, als ich von Wiedersehen und Sehnsucht sprach,« erwiderte er etwas verlegen. »Ich dachte – zum Beispiel an deinen Vater und andere gute Freunde.«

»Aha!« machte Sidonie. »Aber heute freust du dich doch gewiß auf das Wiedersehen mit Juliane.«

»Wenn sie's mir nur nicht wieder mit demselben Salze würzt wie das vorige Mal!« seufzte er.

»Nun mit dem, was du da in der Tasche hast, wirst du ihr schon willkommen sein,« sagte Sidonie.

»Du meinst den Pfandbrief?« sprach er ohne Bedenken, »ja, das hoff' ich auch.«

Also der Pfandbrief war es. – Bligger hatte nachgegeben; Juliane bekam ihren Wald zurück; dem Frieden, der Eintracht, dem Herzensbunde stand nichts mehr im Wege, und das alles sollte nun im Handumdrehen unter vier Augen Zug um Zug abgemacht werden. Trug Ohm Hans vielleicht auch die goldenen Eheringe gleich mit in der Tasche, plötzlich entschlossen, dem so lange festgehaltenen Junggesellenleben Valet zu sagen? Auch das mußte ihm Sidonie noch entlocken.

»Einen schöneren Frieden konntet ihr anders gar nicht schließen,« sagte sie. »Ich freue mich schon darauf, Ohm Hans, wenn ich euch erst Hand in Hand miteinander stehen sehe. Das soll einmal ein Fest werden!«

»Nicht wahr? und alles, was im Neckartale wohnt, muß dabei sein,« sprach er vergnügt, ahnungslos, was für ein Fest Sidonie dabei im Sinn hatte.

»Schiebt es nur nicht noch zu lange auf,« mahnte sie. »Juliane wird sich gewiß nicht dagegen sträuben, daß ihr so bald wie möglich an das Ziel eurer Wünsche gelangt.«

»Nun, mein Verlangen brauchst du nicht noch zu stacheln, Sidonie!« erwiderte er. »Wenn es nach meinem Willen gegangen wäre, so wären wir längst dahin gekommen.«