Er sah sie mit seinem strahlendsten Lächeln an, während ihm das Herz in Erwartung des nun Kommenden heftig klopfte. Aber das Lächeln schwand mehr und mehr aus seinem Gesicht, als nichts weiter erfolgte. Sie fiel ihm nicht um den Hals, wie es doch Sidonie für das Nächstliegende und einzig richtige in diesem feierlichen Augenblick halten mußte. Statt dessen erhob sie sich, zog einen Schlüssel aus ihrem Kleide und sprach: »Laßt uns nun auch gleich alles in Ordnung bringen, damit die Sache gänzlich abgetan und vergessen ist.« Sie hatte den Pfandbrief auf den Tisch gelegt, der neben ihrem Sessel stand, und ging nun zu einem Schrein und erschloß ihn.
»Was meint Ihr, Frau Juliane?« frug er.
Sie lächelte verlegen und sagte: »Nun, – Ihr habt wohl die Güte, es mitzunehmen, – es liegt schon bereit, – die zweihundert Gulden –«
Schnell sprang er auf. »Ihr habt mich mißverstanden,« sprach er freundlich; »von dem Lösegeld ist keine Rede mehr.«
Sie sah ihn erstaunt an, als begriffe sie noch immer nicht. »Wie sagt Ihr?«
»Der Wald ist Euer und bleibt Euer, und nicht einen Pfennig nehmen wir dafür von Euch an,« erwiderte er bestimmt.
Sie wurde sehr bleich und starrte vor sich hin ohne eine Antwort zu geben.
Jetzt aufgepaßt! dachte Hans; es glückt doch noch, und dann festhalten, ganz festhalten! hatte Sidonie gesagt.
Aber kalt und hart kam es von Julianens Lippen: »Ich nehme nichts geschenkt von euch!«