Hans dachte bei sich: lieber mit einem Nebenbuhler sich schlagen, als mit einer Schwiegermutter zu Mittag essen!
Plötzlich frug Margarethe den Gast sehr lebhaft: »Junker Hans, wo habt Ihr denn den wunderschönen roten Brokat zu Eurem Wams her?«
»Von einem Speyerschen Kaufmann,« sagte Hans.
»Gekauft!?« frug sie nun mit starker Betonung.
»Und bezahlt, gnädige Frau!« erwiderte Hans ebenso nachdrücklich.
»Es ist nur gut, Hans, daß du nicht gesagt hast: genommen!« lachte der Burgherr. »Sonst wäre es mir wieder übel ergangen, denn meine Frau Schwieger ist auch darüber sehr unzufrieden mit mir, daß ich ihr so lange keinen kostbaren Kleiderstoff heimgebracht habe, der – nicht gekauft wäre.«
»Ihr müßt nicht alles für Ernst nehmen, Junker Hans, was mein Herr Schwiegersohn sagt,« lachte sie nun selber, ihres Kopfwehs gänzlich vergessen, und fuhr dann fort. »Wollt Ihr zu einem Feste, daß Ihr so prächtig gekleidet seid?«
Hans schwankte einen Augenblick, ob er die Wahrheit gestehen sollte, warum er so geschmückt war. Aber statt seiner war wieder Engelhard rasch mit einer Antwort bereit und sprach: »Nein, Frau Schwieger, er kommt von einem Feste. Die Landschaden haben sich endlich mit Frau Rüdt von Kollenberg versöhnt, und Hans kommt jetzt eben von der Minneburg, wo er Frau Juliane den verpfändeten Wald zurückgegeben hat und –, nun, wie geht es weiter, Hans?«
»Was weiter!« sagte Hans ärgerlich, »sie hat den Wald, und der Zwist ist aus.«