»Wart Ihr allein dort?« frug Margarethe lauernd. »War wohl eine recht zärtliche Versöhnung mit der schönen Juliane?«
»Schade, daß Ihr nicht dabei gewesen seid, Frau von Handschuchsheim!« erwiderte Hans gereizt. »Sonst wüßtet Ihr's und wäret nicht in Unruhe darüber.«
»Warum in Unruhe?« lachte Margarethe. »Ich gönne Euch alles, was Euer Herz begehrt, und Frau Juliane ist eine freigebige Seele; sie wird Euch den verschwenderischsten Dank nicht schuldig geblieben sein.«
»Frau Juliane ist eine Dame, der ich in meiner Gegenwart nichts Übles nachsagen lasse, gnädige Frau!« versetzte Hans mit einiger Heftigkeit.
»O davon bin ich weit entfernt, Junker Hans! Und wenn das geschähe, so hättet Ihr gewiß das beste Recht, die einsame junge Witwe in Schutz zu nehmen,« erwiderte Margarethe spöttisch.
»Unter allen Umständen würde ich das tun, gnädige Frau!« sagte Hans mit zornbebender Stimme und hochrot im Gesicht.
»Wenn sie es doch hören könnte, wie warm und liebevoll Ihr Euch ihrer annehmt!«
»Sie weiß es, auch ohne daß sie es hört!«
»Bin ich fest überzeugt, Junker Hans!«