»Gewiß!« erwiderte Sidonie, »zwei, die sich lieben.«
»Sidonie!« drohte Juliane.
»Nun, Euch mein' ich ja nicht,« lachte Sidonie und fuhr dann ernsthafter fort: »Und doch will ich mit Euch von zwei Liebenden reden, die Euch sehr nahe angehen. Seit Ihr heut empfänglichen Herzens für ein solches Gespräch, Juliane?«
»Nicht sehr,« erwiderte diese, mit dem Ordnen ihrer Zügel beschäftigt. »Aber sprich, wenn es sein muß, und mach' es kurz. Wer sind die zwei Liebenden?«
»Also kurz: – Ernst und Richilde.«
Juliane wandte rasch ihr Gesicht der neben ihr Reitenden zu und entgegnete finster: »Du hast dich versprochen, du wolltest sagen: Ernst und Sidonie. Doch was wollt ihr von mir? ich kann euch nicht helfen, und – ich will es auch nicht!«
»Ich habe mich nicht versprochen und Ihr habt ganz recht gehört.«
»Sidonie, zum Rätselraten bin ich nicht aufgelegt,« verwies sie Juliane streng. »Du selbst, du liebst doch deinen Vetter –«
»Nein, nein! das war ein Irrtum von Euch,« fiel Sidonie schnell ein. »Ich meinte, wie ich sagte, – Ernst und Richilde.«