Sie legte ihr Tuch ab und tat alles, was er ihr geheißen hatte. Er folgte mit den Augen ihren kräftig anmutigen Bewegungen, und als sie sich mit dem Tisch und dem Schachbrett zu ihm setzte und die Figuren aufzustellen begann, betrachtete er sie mit neugierigen Blicken und sagte: »Kreuzhageldonnerschlag! würde Bligger sagen, bist du schön, Mädchen! Der Ernst ist ein Fuchs, ein ganz durchtriebener Fuchs!«
»Zieht an, Junker Hans!« lächelte sie geschmeichelt.
Bald waren sie in das Spiel vertieft und wechselten selten ein Wort zwischen den Zügen. Einmal sagte Hans: »Die Josephine spielt noch besser, als der Joseph.« Und ein andermal fuhr er mit der Hand sanft über den bloßen Nacken und sprach: »Wie kann man nur so schön sein und so gut Schach spielen!«
Sie bog sich zurück und drohte: »Junker Hans, soll ich gehen und den Joseph schicken?«
»Den Joseph mit dem langen Klosterrocke? nein, nein! sein Schwesterlein ist mir lieber,« lachte er.
Als sie schon eine geraume Weile gespielt hatten, begann es zu dämmern, denn das Gemach hatte nur schmale Fenster. »Hole Licht!« bat er, »wir können nicht mehr sehen.«
Sie ging hinaus und als sie mit zwei brennenden Kerzen zurückkam, lag er ausgestreckt und blinzelte in das Licht.
»Wollt Ihr schlafen?« frug sie.
»Nein, nein! nur ein wenig ausruhen,« erwiderte er. »Der Kopf fängt mir an zu brummen.«
»Dann dürfen wir nicht weiterspielen,« entschied sie.