»O doch, warte nur ein wenig, es wird vorübergehen,« sprach er müde.
Aber er schloß die Augen und schien einzuschlafen.
Bald darauf begann er im Traume zu reden: »Ist er tot? – Der Schlag traf!« Dann schrak er auf, starrte Josephine mit gläsernen Augen an und sagte: »Du hier? das ist gut. Nun sage du mir, welche von beiden die Schönste ist.«
»Welche beiden meint Ihr, Junker Hans?« frug Josephine.
»Nun, du weißt doch: Juliane oder Richilde. Aber warum nennst du mich denn Ihr und Junker Hans? ich bin doch dein Oheim, Sidonie.«
Josephine merkte sofort, daß er Wundfieber hatte und sie für seine Nichte Sidonie von Hirschhorn hielt.
»Du hast recht, Ohm Hans; ich versprach mich nur,« sagte sie, auf seine Wahnvorstellung eingehend. »Juliane ist die Schönste, mein' ich.«
»Siehst du, das mein' ich auch, aber Ernst sagt – Ach, Sidonie, du hast so rote Lippen, dein Kuß im Walde war süß. Juliane hat mich nicht geküßt; nur einmal, einmal, das ist lange her. Sidonie, glaubst du, daß sie mich liebt?«
»Gewiß, Ohm Hans, sie liebt dich; glaube mir, ich weiß es,« suchte ihn Josephine zu beruhigen.