Bligger sah seinen Sohn groß an, ob er bei Sinnen wäre. Dann sprach er: »Weißt du auch, was du eben gesagt hast?«

»Ganz genau, Vater« erwiderte Ernst, »ich wollte selber, ich hätte es geträumt.«

»Woher hast du die Nachricht?«

»Sidonie schreibt mir's.«

»Und der Grund dieser erneuten Feindschaft?«

»Den kann sich Sidonie nicht erklären, und Frau Juliane will ihn nicht sagen.«

»Wo ist der Brief?« frug Bligger und streckte schon die Hand danach aus, obwohl ihn Ernst noch wohlgeborgen in der Tasche trug.

Ernst wurde sehr verlegen. »Ich will dir den Brief wohl zeigen, Vater,« sagte er, »aber vorher muß ich dir etwas mitteilen, was du unter anderen Umständen einen oder zwei Tage später erfahren haben würdest. – Ich liebe Richilde und sie mich auch, und wir haben uns Treue gelobt, aber Frau Juliane weist mich ab, und darum schreibt mir Sidonie.« Währenddem hatte er Sidoniens Brief hervorgeholt und reichte ihn seinem Vater.

»Es ist gut, mein Sohn!« erwiderte Bligger, »ich segne deine Wahl und helfe dir, die Braut zu gewinnen.«

In Ernsts Augen blitzte ein Strahl der Hoffnung auf.