»Ist nicht möglich!« rief Engelhard verabscheuend aus. Als er aber aus diesen Anspielungen, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig ließen, merkte, daß ihr Bliggers Plan vollständig bekannt war, und wie sie in Wahrheit darüber dachte, ward ihm doch etwas schwül zumute, und es dünkte ihm hohe Zeit, nun gleichfalls andere Saiten aufzuziehen und den Pfeil abzudrücken, den er im Köcher hatte.
»Juliane,« sprach er, »du denkst doch nicht an unseren lieben, braven Hans Landschad, als ob er irgendeiner Falschheit –«
»Sprich mir nicht von den Landschaden!« unterbrach sie ihn jäh und schnellte gleich einer getretenen Schlange vom Sitz empor, »die sind für mich tot!«
»Viel hätte freilich nicht gefehlt, daß Hans –«
»Ich will nichts wissen von ihnen! nichts, als Haß, Haß allem, was Landschaden heißt!«
»Aber Hans hat sich ja –«
Sie ließ ihn nicht zu Worte kommen. »Schweig mir vor allem von dem!« unterbrach sie ihn noch aufgebrachter als vorher. »Ich kenne den niederträchtigen Plan, den ihr gegen mich geschmiedet habt. Ich soll den Hagestolz heiraten, nur damit den Landschaden sein Erbe nicht verloren geht. O es ist schändlich! schändlich!« rief sie, die geballte Faust vor die Stirn drückend. »Ich wollte dich ausforschen, Engelhard,« fuhr sie erbittert fort, »ob nicht doch noch ein Irrtum möglich wäre. Aber ich bin durch dich nur noch sicherer geworden, sicher auch darüber, daß du der Gesell und Helfer bei dem schimpflichen Treiben der hinterlistigen Schelme bist. Das ist erbärmlich, Engelhard!«
»Willst du mich hören oder nicht?« fuhr er sie an, mit dem Fuß auf den Boden stampfend.
»Nichts von den Landschaden!« rief sie, von ihm abgekehrt. »Ich hasse sie und will ihr Feind sein, solang ich das Leben habe!«