»Ohm Hans!« – »Endlich! da ist er!« riefen in Freuden aufspringend Sidonie und Ernst gleichzeitig. Ernst hatte Richildens Hand ergriffen, die heftig zitterte und flüsterte ihr zu: »Jetzt entscheidet's sich's!« Richilde wagte kaum zu atmen.

»Ja, da bin ich!« sprach Hans. Doch es klang nicht hoffnunggebend; Ton und Blick waren drohend.

»Tritt ein, lieber Freund, und sei willkommen!« sagte der Abt.

»Sind sie schon Mann und Frau?« frug Hans erregt, schnell auf den Abt zugehend und ihm die Hand reichend.

»Noch nicht,« entgegnete dieser heiter; »aber sie möchten's gern werden.«

»Und werden's auch, wenn du uns helfen willst, Ohm Hans!« fügte Ernst mutig hinzu.

»Den Teufel will ich!! – oh! verzeihe, Gesalbter des Herrn!« wandte er sich wieder zum Abt, »es entfuhr mir nur so; ich wollte sagen: Nein, lieber Neffe, das will ich wohl bleiben lassen.«

»Ohm Hans!!« kam es tief erschrocken von Ernsts Lippen.

»Und Sidonie auch hier?« sprach Hans.

»Wie du siehst, Ohm Hans!« lächelte diese. »Wir beide, du und ich, werden Brautführer und Brautjungfer sein.«