»Hat sich was!« grollte Hans. »Fräulein Richilde, wo ist Eure Mutter?«
»Ich soll sie holen, befiehlt der Herr Abt,« antwortete Sidonie wieder.
»Ihr seid entflohen, Ernst hat das Fräulein entführt, Frau Juliane weiß nichts davon; nicht wahr?«
»Geraten!« nickte Sidonie, »sie wähnt uns bei meinen Eltern auf Zwingenberg.«
»Unglaublich! unerhört! unverzeihlich!« wetterte Hans, »sich heimlich trauen lassen zu wollen! Welcher Eulenspiegel hat euch diese Raupen in den Kopf gesetzt?«
Sidonie tippte in schwungvoller Bewegung und stolz erhobenen Hauptes mit dem Zeigefinger auf ihre Brust.
»Du! natürlich! wie konnte ich noch fragen!«
»Nein, Ohm Hans!« sprach Ernst, »Plan und Ausführung sind mein Werk, das du begreifen und billigen würdest, wenn du wüßtest, was du nicht weißt.«
»Ich will gar nichts wissen,« eiferte Hans, »und wenn ihr euch einbildet, ich sollte meinem hochwürdigen und weisen Freunde auch nur mit einem Worte zureden, euch unvernünftige Kinder zusammenzugeben, so irrt ihr euch ganz gewaltig!«