»Warum nicht?« lachte Hans. »Aber dazu ist immer noch Zeit. Ihr nehmt mich auch noch, wenn mir Schwert, Speer und Sporn dereinst stumpf geworden sind; nicht wahr, Alter?«

»Gewiß Hans!« versetzte der Abt, »wenn du dich einmal aller deiner Sünden entledigen willst.«

»Die mußt du mir herunter beten,« sagte Hans. – »Horch!« fuhr er fort, »die Mittagsglocke! pax nobiscum, amici! Seid getrost, ihr beiden! heute wollen wir alles vergessen und fröhlich sein, und morgen helf' ich euch, soviel ich vermag! – Wo speisen wir, Meinhard?«

»Im kleinen Refektorium; ich hörte ja von Junker Ernst, daß du kommen würdest, und wir haben auf dich gewartet. Rucho weiß Bescheid.«

»Trotto auch?«

»Trotto auch,« lächelte der Abt.

»Dann vorwärts! Wandle voran, hochwürdigster Seelenhirt! die verirrten Schäflein folgen dir. Komm, du Teufelsmädchen! Du sollst auch einmal die Seligkeit kosten, die dieses gebenedeite Haus des Herrn aus seinem tiefuntersten Keller bezieht!« Damit bot er Sidonien ritterlich den Arm, und so schritten sie allesamt aus dem Zimmer des wirtlichen Abtes.


Dreiundzwanzigstes Kapitel.