»Und das weiß dein Vater alles aus den Sternen?«
»Fragt nicht, woher, laßt Euch genug sein, daß er es weiß,« erwiderte Josephine.
»Und trauen wollen sie sich lassen? ohne mich? gegen meinen Willen? oho! ich will ihnen die Kerzen dazu anzünden!« rief Juliane drohend und eilte zur Tür. Doch auf halbem Wege stehen bleibend frug sie: »Hast du noch mehr zu melden?«
»Nein, gnädige Frau!«
»So geh! – nein! komme her und nimm! – für deinen Vater –«
Josephine trat einen Schritt zurück. »Nein, nein! keinen Lohn nehm' ich von Euch, nicht um Geld und Gut bracht' ich Euch die Kunde,« sagte sie erregt. Ein kalter Schauer überlief sie; sie wandte sich, verließ das Gemach, eilte mit klopfendem Herzen und zitternden Knien die Treppe hinunter und floh aus der Burg, den Berg hinab, in den Wald hinein und schaute nicht rückwärts.
Juliane rief mit lauter, gellender Stimme zur Tür hinaus: »Petrissa! schnell den Burgvogt! auf der Stelle soll er kommen!«
»Weiprecht,« befahl sie dem bald darauf Eintretenden, »laß satteln für mich und dich und drei Knechte im Harnisch! Wohin wir reiten, sag' ich dir, wenn wir unten sind; aber schnell wie der Wind müssen wir in den Bügeln sein!«
Ehe der Schatten der Fenstersäulen im Erker um eine Hand breit gerückt war, ritt Juliane an der Spitze von vier Bewaffneten aus dem Tore der Burg zur Verfolgung ihrer entflohenen Tochter. –