»Ja, es muß sein,« sagte Sidonie. »Sie wird sich in eine Mönchskutte hüllen und die Kapuze überziehen, daß sie niemand erkennt. Und ganz ebenso mußt du es auch machen, Ohm Hans!«
»Dummes Zeug! wozu denn?«
»Anders geht es nicht. Bedenke doch! ein Mädchen darf sich nachts nicht im Kreuzgang blicken lassen,« redete Sidonie listig auf ihn ein.
»Freilich! da hat sie Recht,« sagte Hans treuherzig, ohne zu überlegen, ob deshalb auch seine Vermummung nötig wäre. »Also nach der Nachtglocke?«
»Gleich nach der Nachtglocke, im Kreuzgang an der Steinbank bei der Kirche. Wirst du da sein? im Mönchsgewand?«
»Ja, ja! sag' ihr nur, ich käme!« versprach Hans, ungeduldig, sein Spiel mit dem Prior fortsetzen zu können.
»Gut, Ohm Hans! habe Dank und sei recht freundlich und liebevoll gegen Richilde! Schließ sie nur gleich kräftig in die Arme, als wäre es eine Tochter, die ihr Herz vertrauensvoll an das deine legen will.«
»O, das will ich schon tun,« sprach Hans.
»Dann gute Nacht, Ohm Hans! Und mache deine Sache gut! Gute Nacht, hochwürdiger Prior!« – und fort war sie.
»Da bin ich doch neugierig,« sagte Hans, als er sich wieder zum Prior an das Schachbrett setzte.