»Ja, darauf freue ich mich,« hohnlachte Bligger. »Morgen reite ich auf den Dilsberg, und Lauffen soll an meinem Spott zu schlucken haben.«
»Still! sie kommen!«
Die gottesdienstliche Feier war zu Ende. Die beiden Ritter verließen die Kirche schnell und geräuschlos, um sich noch nicht sehen zu lassen, und erfuhren von den Laienbrüdern, daß sie den Abt mit seinen vornehmen Gästen bis zum Beginn des Mahles im kleinen Refektorium finden würden.
Ein seltsamer Hochzeitszug bewegte sich nun durch den Kreuzgang. Unter Vorantritt rauchfaßschwingender Chorknaben und junger Mönche mit Kreuz und Kirchenbanner kam, den Krummstab in der Hand, der Abt dahergeschritten und hinter ihm das eben verbundene Paar, gefolgt von Ernst, Richilde und Sidonie. Dann kam der Prior mit den Würdenträgern des Klosters und endlich die lange Reihe der psalmodierenden Mönche, denen sich Weiprecht Kleesattel mit seinen drei Geharnischten anschloß.
Die wenigen Bevorzugten begaben sich in das kleine Refektorium, wo das Paar ihre Glückwünsche entgegennahm. Darauf entfernte sich der Abt, um sich seiner Pontifikalkleider zu entledigen.
Jetzt traten Bligger und Engelhard herein, und wenn die beiden größten Glocken des Klosterkirchturms hereingewandelt gekommen wären, so hätte die Überraschung kaum gewaltiger sein können, als sie beim Erscheinen der beiden Ritter war.
»Bligger! Engelhard! Gottwillkommen!« rief Hans in lauter Freude und stürmte auf die beiden los. »Seht her, ich hab' eine Frau! Juliane, Juliane ist mein!«
»Glück zu, lieber Bruder!« erwiderte Bligger, »wir sahen, wie ihr getraut wurdet.«
»Aber unseren Augen wollten wir nicht trauen,« setzte Engelhard hinzu.
»Das glaub' ich euch!« lachte Hans. »Auf den Gedanken bist du nie gekommen, Bligger!«