»Nein, niemals!« sagte Bligger, sich auf die Lippen beißend. »Liebe Frau Schwägerin,« wandte er sich nun zu Juliane, »nehmt in Huld und Gnade den herzlichen Glückwunsch dessen, den Ihr irriger Weise so lange für Euren schlimmsten Feind gehalten habt! Niemand außer euch beiden kann sich mehr über eure Heirat freuen, als der, der jetzt in tiefster Ergebenheit diese schöne Hand an seine Lippen führt.«

»Wohlan, Herr Schwager! so wollen wir denn um Hansens willen hiermit unsern Frieden machen und fürder gute Freundschaft miteinander halten,« gab sie ihm froh und versöhnlich zur Antwort und drückte ihm die Hand dabei.

»Wir auch, Juliane?« frug Engelhard hinzutretend.

»Wir auch, du heimtückischer Mensch!« erwiderte sie. »Warum hast du mir denn nicht gesagt, daß sich Hans für mich geschlagen hat?«

»Lieber Gott!« entgegnete er, »dir das zu sagen, war ja der Zweck meines Besuches; aber Haß allem, was Landschaden heißt! war deine Losung, und ich kam –«

»Du warst ihr Anwalt,« unterbrach sie ihn, »wolltest die Mohren weiß waschen und spieltest den Unwissenden und Unschuldigen gegen mich.«

»Nein, ich kam nur –«

»Du wandtest dich um meine Fragen herum wie ein Aal,« fuhr sie fort, »und als ich dich immer enger und enger umspann, zogst du den Kopf aus der Schlinge und ranntest davon.«

»Ich komme wieder nicht zu Worte!« rief er händeringend aus und war mit ein paar Schritten neben seiner Tochter. »Du Wildfang mußt natürlich bei allen dummen Streichen dabei sein,« redete er sie an.