»Bloß dabei sein, Vater?« lächelte Sidonie.

Bligger, die Braut seines Sohnes an der Hand, sagte: »Ja, Mädchen, mit dir im Bunde will ich den Teufel mit der Hexe von Endor verheiraten.«

»Dabei würden wir uns die Finger verbrennen, Ohm Bligger, denn wir müßten dazu in die Hölle,« lachte Sidonie.

Jetzt erschien der Abt wieder und begrüßte die neuhinzugekommenen Gäste aufs freundlichste. Gleich darauf meldete der Bruder Schaffner, daß alles bereit sei, und unter Führung der würdigen, wuchtig und gemessen voranschreitenden Brüder Rucho und Trotto wandelte man paarweise in den Speisesaal.

Die Tafel war diesmal im großen Refektorium gedeckt, denn auf Hansens und Julianens Wunsch sollten alle Brüder des Klosters an dem Hochzeitsmahl teilnehmen, und der Abt hatte den Mönchen Dispens gegeben, daß sie essen und trinken, reden und scherzen konnten, soviel sie wollten. Der Abt sprach ein Tischgebet und dann nahm man Platz, Herr Meinhard zwischen dem Ehepaar und dem Brautpaar, ihm gegenüber Sidonie zwischen Bligger und Engelhard, die Küchenmeister und Kellermeister zur Seite hatten.

Es ging sehr fröhlich her. Die sich folgenden Gerichte waren vortrefflich zubereitet, und der große Freudenbringer Wein tat seine Schuldigkeit, entflammte die Herzen und löste die Zungen, so daß in der hohen, weiten Halle ein beständiges Surren und Brausen vieler lustig durcheinanderschwirrender Stimmen ertönte. Bligger bedauerte, daß die Seinigen nicht alle zugegen wären, denn er fühlte sich, als feierte er hier einen ruhmvollen Sieg, dessen Errungenschaft er mit stolzem Behagen genießen wollte.

»Was hat euch denn in aller Welt so schnell zusammengeführt?« frug er herausfordernd das ihm gegenübersitzende Paar.

»Das Recht der Hagestolze nicht, Herr Schwager!« erwiderte Juliane schlagfertig.

»Was wollt ihr nur mit eurem Recht der Hagestolze? davon habe ich in meinem Leben noch nichts gehört,« wandte sich Hans an Bligger und Engelhard.

»Frage die nicht, Schatz!« riet ihm Juliane. »Die sagen dir's doch nicht.«