»Das für die Schwiegermutter, Hans!« neckte Juliane.
»Und was hat Euch der Sterndeuter sonst noch prophezeit?« frug Bligger.
»Das wißt Ihr, glaub' ich, besser als ich, Schwager Bligger!« erwiderte sie mit einem durchdringenden Blick.
»Meint Ihr?« lächelte er verschmitzt.
»Schickt mir den Juden noch einmal,« sagte sie, »daß ich ihn hängen lasse!«
»Das hätt' ich schon selber getan,« lachte Bligger, »wenn er Euch das Horoskop nicht richtig gestellt hätte.«
»Aber nach Ohm Hansens Horoskop sollte er ja sein Glück einmal im Kloster finden,« sprach Ernst.
»Nun, hat er es etwa nicht im Kloster gefunden?« sagte Sidonie. »Da sitzt es ja leibhaftig neben ihm und lächelt ihn an wie lauter Sonnenschein.«
Unter so heiteren Gesprächen verlief das üppige Mahl und dauerte stundenlang. Am Schlusse ward dem Kellermeister eine mächtige Silberkanne samt zwölf vergoldeten Pokalen gebracht. Es war ein hochedler, alter Firnewein, den Trotto eigenhändig mit andachtsvoller Feierlichkeit einschenkte und den an der Ehrentafel Sitzenden darreichte, indem er sprach: »Junker Hans und gnädige Frau, hier das Allerbeste, was wir im Keller haben! wohl bekomm's!«