»Meinst du?« sagte Bligger. »Hast du dem Mädchen vielleicht schon Hoffnung darauf gemacht?«

»Wie sollt' ich wohl! weiß ich doch, wie ihr mit Frau Juliane steht,« gab Ernst schwermütig zur Antwort.

»Wie sieht denn Richilde jetzt aus?« frug Katharina, »hat sich das Knösplein in den Jahren hübsch entfaltet?«

»O Mutter! wie eine Rose ist sie aufgeblüht, schön und herrlich; es ist eine wahre Lust, sie nur anzusehen,« sprach Ernst begeistert und mit blitzenden Augen.

»Was du sagst!« lächelte die hochaufhorchende Mutter, und wieder wechselten die beiden Gatten einen Blick des Verständnisses untereinander.

»Und sie war es, die den Reiher geschossen hat?« forschte Bligger noch einmal.

»Sie selbst! und gut getroffen! mitten in der Brust stak der Pfeil,« erwiderte Ernst so stolz, als hätte er den guten Schuß getan. »Ich habe auch ein Handmal von ihr; hier diese Rinke habe ich ihr abgepfändet zum Zeichen, daß ich sie auf handhafter Tat erwischte.« Und er zeigte den Eltern die silberne Gürtelschnalle, die beide wohlgefällig betrachteten.

»Ist der Waldblumenstrauß auch von ihr?« frug die Mutter.

»Nein, der ist von Hiltrud, und die Federn steckte mir Sidonie an den Hut.«

»Hast dich ja gut vorgesehen mit allerlei Beweisstücken und zärtlichen Andenken,« neckte der Vater.