»Du hast es geraten, Engelhard,« sagte Bligger; »aber nun rate auch weiter: wen soll Hans heiraten?« Und als alle schwiegen, spielte er siegessicher den großen Trumpf aus: »Juliane Rüdt von Kollenberg!«

Teils sprachloses Staunen, teils schallendes Gelächter ward ihm darauf zur Antwort.

»Aber Bligger! – Bligger, bist du toll geworden?« riefen Engelhard und Schenk von Erbach gleichzeitig.

»Ja, ich habe selber gelacht und Konrad auch, als uns der Gedanke zuerst aufstieg,« erwiderte Bligger.

»Soll sich denn Hund und Katze miteinander vermählen?« spottete Engelhard.

»Du nimm dich in acht, so wegwerfend von meiner künftigen Frau Schwägerin zu sprechen!« scherzte Bligger.

»O sie ist meine gute Freundin,« entgegnete Engelhard; »aber ehe ich sie als deine Schwägerin sehe –«

»Sie wird es werden,« versetzte Bligger gelassen. »Ich habe sichere Kunde, daß Frau Juliane den uns verpfändeten Wald mit Dorf Neunkirchen wieder einzulösen wünscht. Darüber werden wir nun Verhandlungen anknüpfen, die Hans selber mit der schönen Wirtin führen soll und die wir möglichst in die Länge zu ziehen suchen, damit die beiden öfter Gelegenheit haben, zusammenzukommen und sich schließlich ineinander zu verlieben. Schon früher haben sie sich gern gemocht, und nun bedenkt, Freunde: bei Juliane kriegt er keine Schwiegermutter mit!«

»Keine Schwiegermutter! das ist schon etwas,« lächelte Otto.