»Das ist viel, sehr viel! eine Ehe ohne Schwiegermutter, – das ist beneidenswert!« rief Engelhard aus vollster Überzeugung.

»Nicht wahr?« lachte Bligger, »in Hansens Augen ein unschätzbarer Vorzug Julianens.«

»Hieß es nicht kürzlich, der Dauchsteiner bewürbe sich um sie?« bemerkte Schenk von Erbach.

»Ja, so hieß es,« erwiderte Konrad, »und wenn es wahr wäre, so hätte Hans in dem einnehmenden Witwer einen nicht zu verachtenden Mitbewerber um ihre Gunst.«

»Schade, daß Albrecht von Erlickheim nicht hier ist!« sagte Schenk, »der könnte es wissen, denn er ist Bödigheims Schwager.«

»Steht sich aber ebenso schlecht mit ihm wie wir alle,« fügte Engelhard hinzu, »sie sehen sich fast nie. Aber nun weiter, Bligger!«

»Weiter hoffe ich nun,« nahm Bligger aufs neue das Wort, »daß ihr uns alle bei diesem Handel behilflich seid. Ihr könnt wohl Julianen gegenüber ab und an ein lobend Wörtlein zu Hansens Ehr und Glimpf fallen lassen, könntet vermitteln und Gutes in den Unfrieden reden, damit vor allen Dingen erst die alte Zweiung zwischen ihr und uns ein Ende nimmt.«

»Das wollen wir, wollen euch dabei Hilf und Handhabung tun, wie wir wissen und können,« sprach Engelhard, und Schenk von Erbach gelobte dasselbe.

Bligger drückte den beiden die Hand und sagte: »Dessen habe ich mich auch wohl zu euch versehen. Euer Rat und Beistand ebnet uns am besten die Wege zur Minneburg.« Seine heimliche Sendung des horoskopstellenden Juden und seine Hoffnungen, die er für den guten Fortgang des Unternehmens auf die gestern entdeckte Neigung seines Sohnes zu Julianens Tochter setzte, verschwieg er den Freunden.

Otto von Hirschhorn aber lächelte und sprach: »Mit der einen Hälfte des großen Kunststücks seid ihr ja nun, eurer Meinung nach, glücklich im reinen und habt beschlossen: Juliane hat sich sofort in Hans Landschad sterblich zu verlieben! Wie steht es denn aber nun mit der anderen Hälfte? Welche Praktiken wollt ihr anwenden, um Hans in euer Netz zu locken, wenn er sich seiner Verheiratung hartnäckig widersetzt?«