»Ich bin daran gewöhnt,« erwiderte Joseph.
»Wenn auch; zieh ihn aus und nimm ihn über den Arm; dann wirst du viel leichter gehen.«
Das klang so befehlerisch, daß Joseph schweigend gehorchte und sich seines Rockes entledigte; aber er seufzte dabei, als ob er es ungern täte.
Ernst betrachtete sich nun den Jüngling vom Scheitel bis zur Sohle und sagte: »Bist ja schlank und schön gebaut, überhaupt ein schmucker Gesell, in den sich gewiß schon manch ein Mädchen vergafft hat, wie?«
Der andere senkte die Wimpern, schüttelte das Haupt und lächelte verschämt: »Nicht, daß ich wüßte.«
»Deine Mutter muß einmal sehr schön gewesen sein, ist es vielleicht noch?«
»Ach nein, sie ist seit einundzwanzig Jahren tot.«
»Seit einundzwanzig Jahren schon? dann bist du älter, als ich dachte,« sprach Ernst erstaunt.
»Sie starb bald nach meiner Geburt in Ingolstadt,« sagte Joseph, »ich habe sie nicht mehr gekannt.«