Als nun Isaak Zachäus, sich vor den Damen tief verneigend, mit dem Burgvogt in das große Gemach trat, standen die drei Fräulein dicht beisammen und hielten sich verstohlen bei den Händen erfaßt, indem sie den Fremden mit Blicken betrachteten, als hätten sie in ihm nicht nur den Offenbarer ihrer Herzensgeheimnisse und nicht nur den Verkündiger, sondern selbst den Lenker ihrer Schicksale zu verehren und zu fürchten.

»Ihr wollt uns das Horoskop stellen, Herr Magister?« redete die Burgfrau den Juden an.

»Ihr wollt uns das Horoskop stellen, Herr Magister?« redete die Burgfrau den Juden an.

»Wenn Ihr es gnädigst verstattet, hochedle Frau,« erwiderte Zachäus, der sich durch den ihm nicht gebührenden Titel sehr geschmeichelt fühlte, mit einer neuen Verbeugung, »so bin ich auf Euren Wink bereit, Euch mit meiner Kunst und Erfahrung in der chaldäischen Wissenschaft untertänigst zu dienen.«

»Wessen bedürft Ihr dazu an Mitteln und Zutat?« fragte die Herrin.

»Um Tag und Stunde eurer Geburt zu wissen, gnädigste Frau! weiter nichts,« versetzte Zachäus mit einem merklichen Selbstbewußtsein.

»Wir werden's Euch aufschreiben,« sagte Juliane, und die drei Mädchen tummelten sich, Schreibzeug herbeizuschaffen.

»Erlaubt!« sprach Zachäus, »dazu hab' ich alles bei mir.« Er holte ein hürnenes Tintenfaß, eine Feder und ein Stück Pergament aus seiner Tasche und schrieb auf einen Wink Julianens, sich zu setzen, Tag und Stunde der Geburt der vier Damen nach den Angaben derselben auf. Dann erhob er sich wieder und sagte: »Morgen früh, gnädige Burgfrau, könnt Ihr erfahren, was ich für Euch und diese edlen Fräulein in den Sternen gelesen habe.«

»Gut,« erwiderte Juliane, »aber ich verlange, daß Ihr mir allein, unter vier Augen, und sonst niemand mitteilt, was Ihr für uns alle gefunden habt. Verstanden, Herr Zachäus von Ingolstadt?«