»Nun also?«

»Gnädigste Frau, die Aspekten für Euch selbst sind derartig, daß ich Euch eines langen und glücklichen Lebens versichern darf. Der Genius Eurer Geburt ist Venus. In naher Zeit steht Euch die Erfüllung eines lange gehegten Wunsches bevor. Weiterhin aber habt Ihr ein noch größeres Glück zu gewärtigen; – ich darf alles sagen? –«

»Alles! ich ersuchte Euch bereits darum.«

»Nun denn! – Ihr werdet Euch bald wieder vermählen.«

»Herr Magister!« rief Juliane, dunkelrot im Gesicht, die Hand auf ihr erschrockenes Herz drückend. »Ihr sagt das so bestimmt, – und ich – ich sehe nicht ab, – ich bin aufs höchste überrascht. – Ist das kein Irrtum?«

»Nein, gnädige Frau! es ist kein Irrtum,« erwiderte Zachäus mit ruhiger Sicherheit. »Aus alter Liebe und jungem Haß wird Euch neues Glück erblühen.«

»Aus alter Liebe und jungem Haß, – rätselhaft!« murmelte Juliane in tiefen Gedanken vor sich hinstarrend. Dann schüttelte sie das Haupt und sagte: »Sprecht deutlicher! Wer ist mir zum Gatten bestimmt?«

»Das eine kann ich nicht, das andere weiß ich nicht,« entgegnete Zachäus. »Die Gestirne haben Herrschaft über unser Schicksal, aber sie lassen sich nicht ausfragen. Von den großen Himmelshäusern steht für Euch das Haus der Ehe obenan, aber in den Häusern der Freundschaft und Feindschaft las ich für Euch die Warnung, daß Ihr, selber Witwe, Euch vor Witwern hüten solltet.«

Juliane flüsterte etwas in sich hinein, was Zachäus nicht verstand. Dieser fuhr daher fort: »Euer erster Gemahl starb eines jähen Todes, doch nicht in einem Kampf und auch nicht in seinem Bett. So wurdet Ihr unvermutet zur Witwe, und vielleicht hängt es damit zusammen, daß ein Witwer Euch Unheil bringen würde.«