»Hoho!« lachte Hans, »meinst wohl, sie hätten mich schon unter der Schere? Weit gefehlt, mein Junge! so lange ich einen Harnisch tragen kann, schlüpfe ich in keine Kutte.«
»Ist's wahr, Ohm Hans? kann man sich darauf verlassen?« frug Ernst, dem Wiedergefundenen scharf prüfend in sein offenes Gesicht schauend.
»Dumme Frage!« sagte Hans, »als ob ich von Kopf zu Fuß ein Lot Pfaffenfleisch an mir hätte!«
»Nein, nein, Ohm!« erwiderte Ernst, »aber du bliebst gar zu lange aus, und da – bekam ich Sehnsucht nach dir.«
»Unterm Krummstab lebt sich's lustig,« lachte Hans, »und was habe ich denn zu Hause versäumt?«
»Nicht viel, aber ich bin heilfroh, daß du den Sinsheimern entronnen bist und wiederkommst,« sprach Ernst sich neben seinen Oheim niederlassend, und frei aufatmend stieß er mit dem vollen Becher an den ihm von Hans entgegengehaltenen.
Laux Rapp, der sich wie einer auf die Gesichter und die Herzen der Menschen verstand, hatte dem Gespräch mit beiden Ohren gelauscht und hinter dem Frageton und dem ängstlich prüfenden Blick des Jüngeren eine geheime Sorge gewittert, der auf den Grund zu kommen ihn seine Neugier unwiderstehlich reizte.
»Junker Ernst,« hub er an, »ich kann nicht glauben, daß Euer Ohm ein so böses Stücklein auf der Seele hat, um sich hinter Klostermauern in Gewahrsam zu bringen.«
»Das hatt' ich auch nicht im Sinn,« erwiderte Ernst; »keinem Hühnlein kann er etwas zu Leide tun.«