»Nun, ich habe schon manchen Biedermann vom Gaule gestochen,« sagte Hans.
»Ja, in ehrlicher Fehde,« sprach Ernst, »da ist's weiter nichts, als ein gutes Ritterstück.«
»Gewiß! das macht der Katze keinen Buckel,« nahm der Schmied wieder das Wort. »Also aus gedrungener Not braucht Ihr nicht ins Kloster zu gehen; solltet Ihr es nun aus eigener Bewegnis tun? Ich meine, Gott hat Euch nicht mit so viel Kreuz und Beschwerung heimgesucht, daß Ihr mit Eurem Leben nicht begnügig und zufrieden sein könntet, Junker Hans. Oder seid Ihr im Glauben etwas baufällig geworden, daß Euch der hochwürdige Abt von Sinsheim die Bände angetrieben hat?«
»Du wirfst das Beil zu weit, Laux!« entgegnete Hans. »Der hochwürdige Abt von Sinsheim ist mein trauter Freund; der tut mir alles zuliebe.«
»Alles?« frug Ernst.
»Alles, was ein christgläubig Gemüt sonder Arglist und Gefährde von ihm verlangen kann; ich glaube, noch viel mehr.«
»Merkt Euch das, Junker Ernst!« lächelte jetzt Susanne. »Er spricht Euch von großen und kleinen Sünden los, Ihr mögt sie an Christen oder Juden begangen haben.«
»So du noch ein Wort sagst!« drohte ihr Ernst.
Aber der Schmied ließ in seiner stachelnden Neugier, welcher besondere Vorfall den weltfrohen Junker in ein Kloster treiben könnte, nicht nach und sagte: »Ihr wäret nicht der erste Ritter, Junker Hans, der das Tor der Welt hinter sich zuschlug und die Brücke abwarf, um sein Leben im Kloster seliglich zu vollenden. Also heraus damit, sonst gibt's 'nen Kropf! Warum wollt Ihr ins Kloster, Junker Hans?«