»Bei allen Heiligen und Verdammten, laßt mich endlich mit Eurem Kloster in Ruhe!« fuhr Hans auf. »Ich will ja gar nicht ins Kloster, als mit den lobesamen Brüdern unter beiwohnender Weinfeuchte einen fröhlichen Kantus zu singen, in ihren Forsten zu pirschen und in ihren Teichen zu fischen. Wenn du das nächstemal mit willst, Ernst, so sag' es!«
»Soll ein Wort sein, Ohm!« sprach Ernst.
»Frage nicht, so lüg' ich nicht,« brummte der Schmied.
Nach einer guten halben Stunde, die bei fleißiger Handhabung des Bechers unter anderweitem Gespräch vergangen war, nahm Hans den dickbäuchigen Weinkrug, schaute hinein und verkündete: »Sela, lieben Brüder! Alles hat ein Ende, sagt Trotto, der Kellermeister, wenn er die Treppe nicht mehr hinunter will.«
»Ei so verreck! bei Laux Rapp heißt es nicht so. Noch einen!« rief der Schmied, Susannen den Krug reichend und in der Hoffnung, durch mehreren Wein die Zungen seiner Gäste besser zu lösen.
Aber Hans schüttelte: »Nein! ihr sollt jetzt von unseren Rossen die Schweife sehen. Komm, Ernst! in den Sattel!«
Sie saßen auf und ritten nach freundlichem Abschied davon.
Der Schmied hatte nichts herausbekommen von dem, was ihn zu wissen verlangte. Er blickte den Reitern, so lange sie in Sicht blieben, gedankenvoll nach; dann ging er verdrießlich mit dem Kopfe schüttelnd in die Schmiede, trat an den Herd und zog den Blasebalg, um das eingesunkene Feuer wieder anzumachen.
Unterwegs frug Hans seinen Neffen: »Was waren denn das für sonderbare Reden von dir und Laux über das Kloster?«
»Dir will ich es nicht verschweigen, Ohm,« erwiderte Ernst. »Es war ein Jude bei uns, der uns allen das Horoskop gestellt hat, und das deine lautete, du würdest dein Glück einmal in einem Kloster finden.«