Helltöniges, schmetterndes Gelächter belohnte den Ausspruch einer launigen Selbsterkenntnis. Da erschien Weiprecht Kleesattel in der Tür mit einem so grimmigen Gesicht, daß bei seinem Einblick das fröhliche Lachen jäh verstummte.
»Gnädige Herrin,« meldete der Alte, »die Junker Hans und Ernst Landschad sind gekommen«
Wie eine Feder schnellte Juliane aus dem Sessel empor. »Weiprecht! – noch einmal! – wer ist gekommen?«
»Die Landschaden von Steinach.«
Alles Blut war aus ihrem Antlitz gewichen, sie stand und zitterte, sich mit der Hand am Stuhle haltend. Eine lautlose Stille war in dem großen Gemach; auch keines der Mädchen wagte, sich zu rühren. Dann rief Juliane mit gebieterisch erhobenem Arm: »Tor zu! Brücke hoch! kein Landschad kommt mir in die Burg!«
»Sie sind schon drin, im Burghof, von den Rossen gestiegen,« stotterte Weiprecht.
»Unglaublich! – Was wollen sie hier?«
»Euch sprechen, gnädigste Frau!«
»Ich will sie nicht sehen!«
In einem Nu war Sidonie von der Leiter herunter und zu Juliane gesprungen. Deren Hand in ihre beiden nehmend sagte sie: »Doch, doch, Frau Juliane! als Feinde kommen sie nicht. Ihr dürft sie nicht abweisen; hört sie an, was sie wollen; wir bleiben bei Euch, und wenn Euch das Wort versagt und Ihr mir's erlaubt, so habe ich auch noch eine Zunge im Munde.«