»Mit einem Male?«

»Ja, mit einem Male,« sagte Bligger so unbefangen wie möglich. »Allerdings,« fuhr er absichtlich zögernd und mit einem bedächtigen Lächeln fort, »allerdings ist dabei noch etwas anderes im Spiele.«

»Eine Heirat?« fuhr der Graf heraus.

»Wie gut Ihr doch raten könnt, Lauffen!« rief Bligger. »Ja, eine Heirat! Euch kann man's ja wohl anvertrauen: Fräulein Richilde Rüdt von Kollenberg ist siebzehn Jahre alt und mein Sohn Ernst dreiundzwanzig –«

»Macht sechs Jahr Unterschied, – verstehe, verstehe, Bligger Landschad!« lachte der Graf, »und für die Erbin der Minneburg könnt Ihr den Wald auch ohne Lösegeld hingeben.«

»Zumal ihn Julianens Tochtermann dereinstens wiederbekommt mit ihrem Erbe,« fügte Bligger hinzu, in das Lachen des anderen kräftig einstimmend.

»Freilich, freilich! eine fürtreffliche Heirat! Aber sagt einmal: glaubt Ihr nicht, daß Frau Juliane selber – ganz gern wieder –«

»Einen Mann hätte, meint Ihr? Ah! – nein! – das glaube ich nicht, daß sie daran noch denkt,« wiederholte Bligger treuherzig. »Über die Jahre ist sie doch wohl hinaus, kann ja bald Großmutter sein!«

»Da habt Ihr recht; wer wird denn eine Großmutter heiraten?!« lächelte der Graf wieder.