»Nicht wahr? Darauf kommt kein vernünftiger Mensch,« fiel Bligger frohlockend ein.
»Nein, nein! bewahre! aber die Tochter! das nenn' ich einen guten Fang! wünsch' Euch Glück zu dem Handel, Bligger Landschad!«
»Danke! danke, lieber Lauffen! lebt wohl!«
»Behüt' Euch Gott, Bligger!«
Und die beiden schüttelten sich so bieder die Hände, als hätten sie sich Blutsbrüderschaft geschworen.
»Ob er wohl aufrichtig an den Köder angebissen hat und in der Falle drinsitzt?« dachte Bligger, als er zum Burghof hinabging.
»Alter Schelm! Du willst mich hinters Licht führen? Warte! die Heirat wollen wir dir anstreichen!« sagte der Graf, als er Bligger aufs Pferd steigen sah.
Dann rief er seinem Schildknecht und befahl ihm: »Fassold, morgen in aller Frühe satteln! wir reiten nach Burg Dauchstein.«
Graf Philipp von Lauffen hatte doppelten Grund, dem Plan einer Verheiratung des Junkers Hans Landschad entgegenzuarbeiten. Denn daß dieser Plan wirklich bestand und mit oder ohne Wissen des Hagestolzen eifrig gefördert wurde, davon war der Graf nach Bliggers überraschendem Besuch und trotz der dabei gefallenen Äußerungen über Juliane nun erst recht überzeugt. Er mußte nach den Unterweisungen des kurfürstlichen Rates Uffsteiner dem Befehle seines Fürsten gehorchen, und seiner Pflicht, dessen Vorteil überall wahrzunehmen und sein Gut nach Kräften und mit allen Mitteln zu mehren, stand ein geschriebenes Recht zur Seite. Aber in dem vorliegenden Falle tat er es noch besonders gern, denn er war den Landschaden, mit denen ihn sein Amt als Verwalter des Gaues in manche kleine Zwistigkeiten brachte, nicht hold gesinnt und benutzte nun gern die Gelegenheit, sich an den oft widerspenstigen Nachbarn für manche ihm zugefügte Kränkung und hochfahrende Aufsässigkeit einmal empfindlich zu rächen.