»Ihr werdet doch einem alten Junggesellen und Ehehasser die Spitze bieten können?«
Bödigheim zuckte die Achseln. »Wer weiß, ob Frau Juliane einen Witwer mag!«
»Warum nicht?« sagte der Graf, »ist sie doch selber Witwe, und Ihr seid jünger, als Hans. Und dann noch eins. Wenn Ihr einigen Einfluß auf sie habt, so ratet ihr, den Wald nicht einzulösen. Ich will Euch auch sagen, warum. Nicht Juliane, sondern ihre Tochter Richilde ist die Erbin der Minneburg nebst allem Zubehör, und wenn Ihr auch die Witwe heiratet, so bekommt Ihr den Wald doch nicht, sondern der bekommt ihn, der die Tochter freit. Behalten ihn aber die Landschaden und Hans stirbt als Hagestolz, so erbt ihn, zu einem Drittel wenigstens, der Pfalzgraf, und dann will ich schon dafür sorgen, daß er ihn Euch, als dem nächsten Grenznachbar, für ein billiges zu Lehen gibt.«
»Und darauf soll ich warten?« entgegnete Bödigheim, »Ihr tut gerade so, als wenn Hans schon in den letzten Zügen läge.«
»Wir sind alle sterblich; denkt an Zeisolf! wer konnte voraussehen, daß der so früh ins Gras beißen müßte?« sprach der Graf. »Oder seid Ihr mit den Landschaden so befreundet, daß Ihr ihnen von Herzen das Beste gönnt, die schöne, liebreizende Frau, die hübsche Tochter mit dem ganzen reichen Erbe, der großen, herrlichen Burg, den Wäldern und Feldern und allem, was weit und breit dazu gehört? wie? gönnt Ihr das alles den hochmütigen Landschaden?«
»Schockschwerenot, nein! und nochmals nein!« fluchte Bödigheim und schlug mit der Faust auf den Tisch, daß es krachte. »Niemand weniger, als denen! hol' sie alle der Teufel!«
»Nun also!« lachte Graf Philipp. »Dann rat' ich Euch, laßt Euer Rößlein traben, daß Ihr nicht zu spät kommt und das Nachsehen habt.«
»Euer Rat ist gut, Lauffen!« erwiderte der Heißgemachte, »ich werde ihn mir durch den Kopf gehen lassen.«
»Nicht zu lange, Bödigheim! ich hoffe, bald gute Kunde von Euch zu vernehmen, und wenn Ihr mich brauchen könnt, so zählt auf mich! Wir zwei wollen zusammenhalten,« sprach der Graf beim Abschied.