»Das wollen wir, Lauffen! habt Dank und auf Wiedersehen!« sagte Bödigheim. »Dilsberg und Dauchstein, allweg in Eintracht!«
»Dilsberg und Dauchstein! die Losung gelte!«
Zehntes Kapitel.
Engelhard von Hirschhorn hatte sich bei der Beratung der befreundeten Ritter auf der Mittelburg dazu erboten, den damals abwesenden Albrecht von Erlickheim in den gefaßten Beschluß, daß Hans Landschad Frau Juliane Rüdt von Kollenberg heiraten sollte, unter dem Siegel der Verschwiegenheit einzuweihen und zur gelegentlichen Unterstützung dieses Vorhabens aufzufordern, hatte sich aber des freiwillig übernommenen Auftrages noch immer nicht entledigt. Endlich schritt er zur Ausführung desselben und ritt eines Nachmittags von Zwingenberg nach Burg Stolzeneck hinüber.
Dort begehrte er den Burgherrn allein zu sprechen zur großen Verwunderung von dessen Gattin Elisabeth, einer hübschen, lebhaften und klugen Frau, die in ihrer glücklichen Ehe nicht daran gewöhnt war, daß ihr Gemahl Geheimnisse vor ihr hatte. Sie machte daher ihr Recht, alles zu wissen, was Albrecht anginge, den Männern gegenüber auch heute geltend, kam aber nicht damit durch. Engelhard behauptete mit höflich scherzender Wichtigkeit, daß es sich um Dinge handelte, die durchaus nicht für zarte Frauenohren taugten und unter Männern allein abgemacht werden müßten.
Diese höchst verdächtigen Andeutungen, die den gewagtesten Vermutungen freies Spiel ließen, reizten Elisabeths Neugier noch mehr. Sie faßte sofort Mißtrauen gegen Engelhard, der sich zwischen sie und ihren Gatten drängte und Albrecht am Ende zu Dingen verführen wollte, die man ihr nicht mitzuteilen wagte.
Nachdem sich die beiden Männer in ein anderes Gemach begeben hatten, nahte sich der einem vergeblichen Raten Überlassenen der böse Feind und flüsterte ihr die Versuchung ins Ohr, ein wenig zu horchen, eine Versuchung, der Frau Elisabeth nach nicht allzulangem Widerstande auch richtig unterlag.