Das hatte sie noch niemals getan, da mußte etwas ganz Außerordentliches vorgefallen sein. Von Unruhe getrieben begab sich Eike zur Kemenate der Herrin.

»Ihr habt befohlen, Gräfin,« sprach er, als er eingetreten war.

»Befohlen, Eike! wie sollte ich Euch wohl jemals etwas befehlen!« entgegnete sie mit sanftem Vorwurf. »Euch etwas Schändliches abzubitten hab' ich.«

Verwundert über diese seltsame Einleitung schwieg er, des Kommenden gewärtig.

Gerlinde zauderte noch mit ihrem Schuldbekenntnis und stieß dann heftig hervor: »Ich habe Euch verraten, Eike!«

»Ihr mich verraten, Gerlinde?« erwiderte er nun erst recht betroffen, »das glaub' ich Euch nicht.«

»Ich habe dem Abte den Inhalt Eures Buches verraten, – da habt Ihr's mit einem Worte.«

»Weiter nichts?« sagte er gelassen.

»Es bedeutet mehr und schlimmeres als Ihr denkt.«

»Habt Ihr ihm auch – noch etwas Anderes gebeichtet?«