»Nein, nichts Anderes, und es war auch nicht im Beichtstuhl. Draußen im Walde hat er mich zur Rede gestellt, und da hab' ich ihm ausgeplaudert, was ich wußte und was ich hätte verschweigen sollen.«
»Was ist da noch groß zu verschweigen? die Sache ist längst kein Geheimnis mehr im Sachsenlande,« suchte er sie zu beruhigen.
»Hoyer hat mich deswegen tüchtig ausgescholten, und wie ernst er die Sache nimmt, habt Ihr aus seinem eigenen Munde gehört,« sprach Gerlinde mit ängstlicher Hast.
»Und was habe ich ihm darauf geantwortet? daß ich mich durch den Widerspruch des Klerus nicht im mindesten einschüchtern ließe,« versetzte Eike. »Was habt Ihr denn dem Ketzerriecher graulich Verbrecherisches von mir ausgeplaudert?« fragte er dann sorglos scherzend.
»Er wollte wissen, ob in Euren Gesetzen auch den Rechten der Kirche und der Geistlichkeit die gebührende, ehrfurchtsvolle Berücksichtigung zuteil würde.«
»Und das habt Ihr natürlich schlankweg verneint.«
»Ja!« gestand Gerlinde. »Ich habe zugegeben, daß ich in dieser Beziehung nicht gleicher Meinung mit Euch wäre und an Eurer Behandlung dieser Dinge erheblichen Anstoß nähme. Damit hab' ich auch Euch selbst gegenüber niemals hinter dem Berge gehalten.«
»Zu meiner Freude, Gerlinde, habt Ihr das nicht getan,« versetzte er treuherzig. »Aber was sagte der hochwürdige Herr dazu?«
»Er wünschte, daß ich meinen Einfluß auf Euch benutzen und Euch bewegen sollte, die kirchenfeindlichen Stellen von Grund aus zu ändern.«
»Und Ihr?«