»Ich erklärte ihm, daß ich keinen Einfluß auf Euch besäße,« erwiderte sie, die Wimpern senkend.

»Eine Ausrede, die zur Abwehr der unzarten Zumutung ganz an ihrem Platze war,« sprach Eike. »Aber in Wahrheit trifft das nicht zu, Gerlinde; Ihr vermögt viel, vermögt alles über mich. Nur«, fügte er hinzu, »meine Überzeugung von dem, was recht ist, opfere ich auch –«

Er brach ab und beendete den Satz nicht.

»Nun?«

»– auch aller meiner unwandelbaren Liebe zu Euch nicht.«

»Meine Liebe wird die Eurige nicht auf diese harte Probe stellen,« flüsterte sie, helle Glut auf den Wangen.

Es war wieder ein so gefährlicher Moment wie in jener Nacht auf dem Altan. Eine einzige Bewegung jetzt von ihm zu ihr, und sie hätten sich Brust an Brust gelegen.

Doch Eike behielt Gewalt über sich. Er stand auf, schritt ein paarmal im Zimmer hin und her und fragte dann ruhig: »Habt Ihr dem Abte wörtliches mitgeteilt?«

»Nein, nicht das mindeste,« versicherte sie.