Graf Hohnstein war an der Seite der Gräfin von sprudelnder Laune, doch sie hielt ihn in Schach, daß er nicht zu weit über die Stränge schlug, wobei ihr Graf Burkhard redlich half. Übrigens gewährte sie ihm große Nachsicht und konnte über seine tollen Späße herzlich lachen.
Eike führte mit dem Stolberger Grafen ein halblautes Gespräch und schien sich in der Tat mit dem ernsten Manne leidlich zu verständigen. Gerlinde horchte hin und warf zuweilen ein ermunterndes Wort dazwischen, um ihn auf heitere Dinge abzulenken. Dann lächelte er ihr freundlich zu, ließ sich aber in seinem Bestreben, den Grafen für sich zu gewinnen, nicht stören.
Die beiden Grafen von Blankenburg und Regenstein plauderten miteinander über Forst- und Feldwirtschaft und ergötzten sich an den drolligen Einfällen des Hohnsteiners und den schlagfertigen Erwiderungen des Mansfelder Grafen.
Nur Graf Hoyer war schweigsam. Ihn beschäftigte fortwährend die ziemlich stürmisch verlaufenene Beratung, denn er fühlte sich verantwortlich für alles, was sich in den nächsten Tagen hier auf seiner Burg entrollen und entladen würde.
Erst zu später Nachtstunde hob Gerlinde die Tafel auf, und damit endete das für alle Gäste erfreuliche Mahl.
Sechsundzwanzigstes Kapitel.
Heute war die Vigilie von Mariä Opfer und das Eintreffen des Domdechanten zu erwarten. Da er jedoch vor Mittag kaum hier sein konnte, hatten die Grafen den Morgen zu ihrer freien Verfügung, was der von ihnen erzielten Einigung sehr zustatten kommen sollte.
Nach gemeinschaftlich genossenem Frühmahl wünschte Graf Botho von Stolberg eine nochmalige kurze Besprechung der Herren mit dem Ritter von Repgow, weil er ihnen einen Vorschlag zu unterbreiten habe.