Eike von Repgow, der mit steigender Verwunderung den Reden seines Gegners gefolgt war, fragte jetzt: »Habt Ihr mir beim Schreiben über die Schulter gesehen, Herr Domdechant? denn alles, was Ihr hier vorgebracht habt, steht wörtlich so in meinem Buche.«

»Wir haben einen zauberkundigen Klosterbruder in unseren Diensten, der die Kunst besitzt, sich unsichtbar zu machen,« erwiderte der Dechant mit einem boshaften Lächeln auf den schmalen Lippen. »Der hat hinter Euch gestanden, Herr Ritter von Repgow, hat sich die ihm mißfälligen Stellen aufgezeichnet und sie uns schwarz auf weiß in seiner schönen Mönchsschrift übereignet.«

»Wollt Ihr mir einen Einblick gestatten, hochwürdiger Herr?« mischte sich jetzt Graf Hoyer ein, von einer plötzlichen Unruhe erfaßt.

»Hier, Herr Graf von Falkenstein!« triumphierte der Übermütige und gab dem Grafen die Papiere.

»Hier, Herr Graf von Falkenstein!« triumphierte der Übermütige und gab dem Grafen die Papiere.

Der Graf blickte hinein und sank erschrocken an die Rücklehne seines Stuhles. Dann rief er erbittert: »Eike, den Klosterbruder kennen wir und seinen würdigen Abt auch!« Damit reichte er die Schriften seinem jungen Freunde über den Tisch hin.

»Oh der Bube! der schändliche Bube!« grollte Eike, nachdem er hineingesehen hatte.

»Eike,« fing der Graf wieder an, »draußen auf dem Gange wirst du Folkmar finden. Bitte, sag' ihm, er solle sofort den Torwart hierher bescheiden.«

Eike tat nach des Grafen Wunsch.