Da sprangen alle auf und schrien laut durcheinander. »Er wage es!« hieß es. »Wir Harzer zittern nicht vor Kutte und Krummstab mit gefaltenen Händen und gebogenen Knien.«

Graf Hoyer winkte ihnen: laßt mich reden! Und er sprach: »Wenn das geschieht, Herr Domdechant, daß der Ritter von Repgow seines gar nicht hoch genug anzuschlagenden Werkes wegen gebannt wird, sage ich im Namen aller hier anwesenden Herren dem Bischof ab und kündige ihm die Fehde an. Mit unsern Lehnsleuten und unserm reisigen Volk werden wir ihn überfallen, ihn von seinem Sitz vertreiben, sein Land mit Feuer und Schwert verheeren und verwüsten. Das meldet Eurem Bischof!«

»Es geschehe nach Gottes gewaltigem Willen!« sagte der Dechant. »Ich habe hier nichts mehr zu reden und zu tun und verabschiede mich von euch, erlauchte Herren, mit schwerem Herzen, aber mit dem Bewußtsein, meine Pflicht erfüllt zu haben.«

Graf Hoyer erwiderte nur: »Für Euch, Herr, ist die Brücke frei.«

Eine stumme Verbeugung, und der Gesandte des Bischofs schritt langsam und mit steifem Nacken aus dem Gemach.

Sobald er hinaus war, brach der Sturm los. Sie drückten Hoyer und Eike die Hand und wußten sich vor Freude nicht zu lassen.

»Horrido!« jauchzte Graf Hohnstein, »die Gäule aus dem Stall! Fehde, Fehde mit dem Bischof von Halberstadt! das klingt wie Hifthornschall und Rüdengeläut auf der Fährte eines geweihten Hirsches.«

»Und unser Feldgeschrei ist: ›Rechtseinheit in ganz Sachsenland!‹« rief Graf Hoyer.

»Rechtseinheit in ganz Sachsenland!« wiederholten einstimmig und begeistert alle die anderen. Der Bund der Harzgrafen war geschlossen und besiegelt.