Graf Hoyer empfand aufrichtige Freude über den Abschluß des Werkes, dessen gedeihliches Werden sie tagtäglich miterstrebt und miterlebt hatten. Gerlinde wurde jedoch schwer davon getroffen und suchte ihren Schmerz über die nun unmittelbar bevorstehende Trennung nur dadurch zu verbergen, daß sie schnell einspringend sagte: »Aber ich habe ja noch nicht alles abgeschrieben; das kann doch das Ende nicht sein, was ich zuletzt von Euch erhielt.«
»Nur ein Blatt fehlt noch, dessen Abschrift ich heute nachmittag selber besorgen werde,« erwiderte Eike.
»Nein, gebt es mir!« bat sie, »ich will auch den Schluß noch schreiben.«
»Gut! so werd' ich's Euch schicken,« versprach er.
»Heute nachmittag? Ist's denn so eilig?« fragte der Graf. »Wann willst du denn fort?«
»Morgen früh.«
»Warum denn morgen früh schon?«
»Es muß sein, Herr Graf! jeder Tag mehr macht mir den Abschied schwerer.«
»Hast recht,« sprach der Graf, »mir geht es ebenso.«