»Und seinem Verfasser Ruhm und Ehre!« fügte Gerlinde mit strahlenden Augen hinzu. »Das Sachsenvolk wird Euch jauchzend auf den Schild heben und Euren Namen mit goldenen Lettern in die Chroniken schreiben.«
Eike tat mit dem Becher Bescheid, schwieg aber zu diesem Lobgesang und betrachtete Gerlindes liebreizende Gestalt. Wie wunderschön sie heut wieder war mit dem blinkenden Schapel, das wie ein Diadem ihr über den Rücken lang herabfließendes Haar an Stirn und Schläfen umzirkte, und mit dem funkelnden Geschmeid auf der wogenden Brust.
Nun plauderten sie fröhlich und gedachten der ganzen Zeit ihres traulichen Beisammenhausens von dem Tage der Ankunft Eikes bis zur gegenwärtigen Stunde.
»Weißt du noch, Eike,« erinnerte ihn der Graf, »wie wir oberhalb des Reißaus – so nennen sie nämlich dort dein Gasthaus am Scheidewege – im Walde unter der alten Eiche lagen, du mir von deinem Plan erzähltest, und wie ich dich darauf einlud, zu uns auf den Falkenstein zu kommen und hier dein Buch zu schreiben? Du schlugst das erst aus mit allerlei schrulligen Bedenken, von denen ich dich jedoch bald bekehrte, und dann schlugst du ein in meine Hand, unser Pakt war geschlossen, und heut ist er bis auf den letzten Buchstaben erfüllt.«
»Ich weiß alles noch, Graf Hoyer, nur nicht, wie ich Euch für Eure hingebende Gastfreundschaft danken soll.«
»Mit dem, was du uns in den sechs Monden hier gewesen bist, hast du uns mehr gegeben als wir dir, und wer hier dem anderen Dank schuldet, das mag ein Klügerer raten.«
»Mir aus der Seele gesprochen! ich schulde Euch mehr als ich sagen kann,« stimmte Gerlinde zu, und Eike verstand, wie tiefinnerlich sie das meinte.
Dann kamen sie auf den Abt von Gröningen und den Domdechanten von Halberstadt zu reden und machten sich über beide lustig.
»Die Verhandlung mit dem Dechanten vergesse ich mein Lebtag nicht,« sprach der Graf. »Das war ein gefährlich Ding, Eike, und hätten nicht die anderen alle so treulich zu uns gehalten, hätte eine böse Saat daraus aufschießen können. Dann hätten wir uns zu einer großen Fehde wappnen müssen, und im Sachsenlande hätte es geraucht von brennenden Städten und Dörfern. Übrigens, – vom Fehderecht steht nichts in deinem sonst alles umfassenden Bande.«